Wie können scharfe Bilder bei einer langen Belichtungszeit gelingen? Hier sind 7 Tipps und Tricks, wie euer Bilder auch bei einer langen Verschlusszeit gestochen scharf werden.
Macau - Ein Las Vegas Klon
Unser Spiel mit der Kamera ist immer ein Balanceakt, gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen. Wir wollen den ISO-Wert so niedrig wie möglich halten, doch gleichzeitig muss die Verschlusszeit kurz genug sein, um Bewegungen einzufrieren.

Ich versuche immer einen ISO von über 800 bis 1600 zu vermeiden. Nicht nur, weil dann das Rauschen beginnt extrem zuzunehmen, sondern auch Farben verlieren ihre Attraktivität. Doch wenn es draußen dunkel ist, muss die Belichtungszeit nach oben geschraubt werden. Die Gefahr dabei: Bilder könnten verwackeln und sehen nicht mehr scharf aus.

Hier sind sieben Tipps und Tricks, um scharfe Fotos bei längeren Belichtungszeiten zu ermöglichen.

Die richtige Haltung

Die richtige Haltung ist wichtig. Wenn du deine Kamera wie einen schmutzigen Hund von dir weg hältst, verwackeln Fotos ganz schnell. Stattdessen solltest du die Kamera so nah wie möglich an dich heranholen. Am besten ans Auge, schau durch den Sucher.

Mit der einen Hand kannst du die Kamera fest halten, während die andere am Objektiv liegt. Deine Beine solltest du etwas spreizen, damit du sicherer auf dem Boden stehst.

Boden, Mauern, Bänke

In vielen Situationen kannst du deine Kamera einfach auf einen festen Gegenstand stellen. Fotografierst du beispielsweise eine Kirche, könnte in der Nähe eine Parkbank oder eine Mauer stehen. Auch der Boden eignet sich als Stativ-Ersatz und bietet gleichzeitig eine andere Perspektive.

Stativ (Reisestativ, Gorillapod)

Nimm ein Stativ mit – das ist die einfachste Antwort. Und die beste. Es muss ja kein großes, schweres Stativ sein. Für knapp unter 100 Euro bekommst du ein ordentliches Reisestativ, das in einen Rucksack oder in eine Kameratasche passt. Ich benutze den Togopod.

Alternative eignet sich ein Gorillapod ausgezeichnet – dann kannst du mit Treppengeländern und vielen weiteren Positionen spielen.

Bildstabilisator aktivieren

Hat dein Objektiv einen eingebauten Bildstabilisator und ist dieser aktiviert? Achte darauf das zu überprüfen.

Wenn dein Bildstabilisator immer eingeschaltet ist, musst du natürlich nicht ständig daran denken. Doch bedenke, dass die Funktion ausgeschaltet sein sollte, wenn du mit einem Stativ arbeitest. Falls du gelegentlich mit einem arbeitest, ist es wichtig an das ein- und ausschalten zu denken.

Ein Seil als Stativersatz

Ok, ein Stativ passt vielleicht nicht in deinen Rucksack und ist an langen Wandertagen zu schwer. Doch wie sieht es mit einem kurzen Seil oder einer Schnur aus? Eine Paketschnur eignet sich hervorragend als Stativersatz.

Nimm einfach eine Schnur und binde es an deine Kamera. Am besten dort, wo der Kameragurt befestigt ist. Achte darauf, dass die Schnur bis auf den Boden reicht. Tritt darauf – zieh die Kamera an. Durch die Spannung können ruhigere Fotos gelingen.

Verfolgungsjagt

Wenn du ein Auto oder einen Radfahrer fotografieren willst, ist es schwer mit langen Verschlusszeiten zu arbeiten. Irgendwie musst du die Bewegung ja einfrieren. Hier hilft es, wenn du dich ähnlich schnell wie das Objekt bewegst.

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Fotografierst du ein Auto, kannst du dich in ein anderes Auto setzen, das in etwa genauso schnell fährt wie das Auto. Das Auto ist dann scharf – und der Hintergrund hat eine nette Bewegungsunschärfe.

Einen ähnlichen Effekt erhältst du, wenn du mit der Kamera in die gleiche Richtung wie das Auto oder den Radfahrer schwenkst. Das braucht ein bisschen Übung – sieht aber klasse aus. Diesen Effekt solltest du auch bei guten Lichtverhältnissen ausprobieren.

Deine Freunde

Bring deine Freunde oder deine Familie mit. Sie eignen sich nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch als persönliche Assistenten. Und als Stativersatz. Weiße ihnen an so gerade und stabil wie möglich zu stehen. Dann leg einfach deine Kamera auf deren Schulter – die wackelt weniger als deine Hand.

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