Du möchtest Fotografieren lernen? Eine gute Kamera bedeutet gute Fotos. Das dachte ich, als ich vor sieben Jahren meine erste DSLR gekauft habe. Doch das ist falsch. Eine gute Kamera bedeutet nicht, dass Bilder automatisch gelingen. Stattdessen muss man Fotografieren richtig lernen. Ich zeige dir in 10 einfachen Schritten, wie deine Fotos direkt viel schöner und professioneller aussehen.

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Blendenpriorität

Am Anfang können die vielen Einstellungen einer Kamera überfordernd wirken. Dennoch solltet ihr aus dem automatischen Modus irgendwann aussteigen und euch langsam mit eurer Kamera vertraut machen. Am einfachsten ist das, wenn ihr eure DSLR erstmal auf Blendenpriorität setzt.

Im Modus Blendenpriorität müsst ihr nur die Blende manuell einstellen. Der Rest, wie Verschlusszeit und ISO, wird weiterhin automatisch gewählt. Eine kleine Blendenzahl wie f/1.8 oder f/2.8 bedeutet, dass der Hintergrund sehr unscharf wird. Mit einer höheren Blendenzahl wie f/8 oder f/13 ist deutlich mehr im Fokus.

So könnt ihr langsam Fotografieren lernen und euch mit dem wichtigen Aspekt der Schärfe/Unschärfe auseinandersetzen.

Weißabgleich einstellen

Der automatische Weißabgleich in heutigen Kameras ist in der Regel recht gut, jedoch nicht perfekt. Oft gibt es kleine, manchmal sehr große Abweichungen. Dadurch sieht ein Foto direkt unprofessionell aus. Deshalb solltet ihr den Weißabgleich anfangs manuell einstellen. In den Einstellungen eurer Kamera könnt ihr auswählen, ob ihr euch beispielsweise draußen in der Sonne oder im Schatten befindet. Dementsprechend wird der Weißabgleich angepasst.

Pro Tipp: Wenn ihr eure Fotos im RAW-Format aufnehmt, könnt ihr den Weißabgleich hinterher ohne Qualitätsverlust in Programmen wie Lightroom einstellen. Dann könnt ihr den Weißabgleich in eurer Kamera auch automatisch bestimmen lassen.

Hintergrund beachten

Wer gerade mit dem Fotografieren anfängt, achtet in der Regel nicht so sehr auf den Hintergrund. Es ist schwer genug alle Einstellungen im Blick zu haben, vor allem wenn ihr etwas schnell fotografieren möchtet. Doch gewöhnt euch an auch den Hintergrund im Blick zu haben. Ist nicht nur der Vordergrund schön, sehen eure Bilder gleich viel schöner aus.
Achte auf den Horizont

Vor allem bei Landschaftsfotos ist es wichtig den Horizont gerade zu halten. Dadurch sehen eure Fotos direkt professioneller aus. In einigen Kameras ist eine digitale Wasserwage eingebaut, die ihr im Menü aktivieren könnt. Andernfalls könnt ihr den Horizont an den Fokuspunkten recht gut ausrichten.

Sollte der Horizont mal nicht ganz gerade sein, könnt ihr das in Lightroom sehr einfach korrigieren. Dabei wird das Foto allerdings an den Rändern abgeschnitten. Je schiefer der Horizont, desto mehr geht vom Bild verloren. Deshalb solltet ihr wenn möglich direkt in der Kamera darauf achten.

Weniger ist mehr

Oft ist es besser, wenn ihr euch auf Details konzentriert und nicht versucht eine große Szene einzufangen. Andernfalls kann euer Foto schnell überladen wirken. Geht lieber etwas näher heran und versucht euer Subjekt zu isolieren. Das funktioniert auch gut mit einer langen Brennweite und einer großen Blende – dann wird der Hintergrund unscharf.

Investiere in ein gutes Objektiv

Wenn der Hintergrund unscharf ist, sehen Fotos gleich viel professioneller aus. Dieser Effekt entsteht, wenn ihr mit einer langen Brennweite von 50mm und mehr, sowie mit einer offenen Blende fotografiert. Die Objektive, die bei eurer Kamera dabei waren, bieten bei einer langen Brennweite oft keine größere Blende als f/5.6. Deshalb lohnt es sich in ein etwas besseres Objektiv zu investieren.

Objektive mit einer großen Blendenöffnung müssen nicht teuer sein. Für Canon Kameras kann ich beispielsweise das Canon 50mm f/1.8 Objektiv empfehlen, sowie das Sigma 17-50mm mit einer durchgehenden Blende von f/2.8.

Investiere in ein gutes Stativ

Bei schwachen Lichtverhältnissen müsst ihr den ISO weit hochschrauben, damit ihr weiterhin mit einer kurzen Belichtungszeit fotografieren könnt. Andernfalls werden die Bilder zu dunkel oder verwackeln. Doch je höher der ISO-Wert, desto mehr Rauschen entsteht. Um das zu verhindern, solltet ihr in ein ordentliches Stativ investieren.

Wenn eure Kamera auf einem Stativ sitzt, könnt ihr den ISO ohne Bedenken auf 100 stellen, damit so wenig Rauschen wie möglich entsteht. Da die Kamera sicher steht, erhaltet ihr auch mit einer langen Belichtungszeit von einer Sekunde oder mehr scharfe Fotos.

Fotografiere im RAW-Format

Unbearbeitet sehen viele Bilder langweilig aus. Der Kontrast ist niedrig, Farben sehen blass aus und der Weißabgleich weicht vielleicht etwas. Deshalb solltet ihr eure Fotos zumindest ein bisschen nachbearbeiten, beispielsweise in Adobe Lightroom oder Photoshop. Das ist mit so gut wie jedem Foto geschehen, das ihr in irgendeiner Zeitschrift seht.

Damit ihr beim Nachbearbeiten etwas mehr Spielraum habt, solltet ihr eure Fotos im RAW-Format und nicht im JPEG-Format speichern. Dann ist es auch kein Problem mehr, wenn eure Bilder etwas zu dunkel oder hell sind – in Lightroom und Co. ist das einfach zu korrigieren.

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